Rise of the Tomb Raider

Wie ich den erste Teil vom Reboot aus dem Jahre 2013 geliebt hatte: Es bot eine interessante Story, viel zu erkunden, eine schöne Grafik und eine interessante Hauptcharakterin.

Der drei Jahre später erschienene Nachfolger Rise of the Tomb Raider musste daher meinen hohen Erwartungen standhalten und ich freute mich seit langer Zeit auf das Spiel. Dank der XBox-Exklusivität musste ich mich zuerst darauf einstellen, dass es Ende 2016 wird, bis ich den Titel spielen konnte. Meine Entscheidung einen Spiele-PC aufzubauen, beschleunigte den Zeitplan ein wenig und so konnte ich bereits vor einigen Wochen mit dem Spiel beginnen.

Zuerst sollte ich nochmals kurz auf den ersten Teil zurückgreifen und sagen dass ich diesen als fast Perfekt empfand, vor allem der Mix aus Rätseln, Action und Geschicklichkeit und das stets fordernde aber nie langweillig werdene Gameplay motivierten mich lange Zeit und über die Hauptstory hinaus. Einzig ebendiese hätte ich gerne mit persönlichen Entscheidungen geschmückt und die Verwandlung der Persönlichkeit ist auch mir eine Spur zu schnell vonstatten gegangen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich meine Kritik wohl besser lesen, geht doch die Mehrheit der Meinungen zum ersten Teil in eine andere Richtung.

Story

Im Gegensatz zum ersten Teil bei dem mir die Geschichte noch immer mehr oder weniger im Kopf ist, kann ich den Anfang von Rise of the Tomb Raider einige Wochen nach dem Spielen schon gar nicht mehr genau erklären. So belasse ich es dabei dass zwischen den zwei klimaextremen Sibirien und Syrien hin und her gewechselt wurde. Auf jeden Fall ist Lara auf der Suche nach einem Schatz oder Elixier das angeblich unsterblich macht und den ihr Vater in seinen letzten Lebenjahren bereits suchte und ihm seinen öffentlichen Ruf kostete. Im Gegensatz zu den bösartigen, gemeinen, fiesen Gegner die das Mittel zur Unterwerfung der Menschheit nutzen möchte, möchte Lara nur die Ehre ihres Vater wiederherstellen und wird deshalb als die Gute betrachtet. Was sie selber mit den Mittel anstellen wird bzw. ob sie es einfach zerstören wird, bleibt für mich im Dunkeln. Ich glaube aber kaum dass die Entscheidung in die Story des Nachfolger einfliessen wird, obwohl sie eine sehr grosse Tragweite hätte.
Ihr merkt dass ich nicht ein grosser Fan von der Story bin und das ist nicht nur ihrem allzu bekannten Schema geschuldet nachdem sie abläuft, sondern auch der Erzählweise selber. Erstens fehlen mir natürlich immer noch die Entscheidungen, zweitens aber nervt mich der immergleiche Einsatz der Zwischensequenzen. Diese werden nämlich immer dann abgespielt wenn Lara entdeckt wird ode sich in die Sackgasse bugsiert aus dem man sie dann wieder befreien kann.
Einen anderen Weg suchen, herumschleichen oder den Gegner von Hinten überraschen ist ein Tabu und so wurden die Zwischensequenzen immer mehr zu einem Vorspann von einem Action-Part und damit auswechselbar und überspulbar. Schade den genau diese hätten doch die Story vorantreiben sollen, stattdessen werden sie zum nervigen Anhängsel.

Rätsel & Atmosphäre

Während das Skill- und das Waffensystem gleich blieb, wurden die Rätsel nun viel besser versteckt und blieben mir leider auch nach längerer Suche verborgen. Hier steht wohl mein Wunsch der Hartcore-Fraktion gegenüber die es lieber sehen wenn sie “echte Knacknüsse” haben. Doch auch die Belohnungen solcher Kammern (oder wie sie auch immer hiessen), sind sehr eintönig gestaltet. Gesetzt dem Fall dass sie das gleiche wie die Storykammern beinhalten, findet man nämlich lediglich ein Buch mit der immergleichen Textur das einem passive Fähigkeiten verpasst wie längere Konzentration beim Bogenschiessen etc. Schon diesen kleien Detail dass sich die Entwickler nichteinmal die Zeit genommen hatten und verschiedene Objekte designt. Die Abenteuer-Parts des Spieles konnten sich leider nicht weiterentwickeln und so bleiben sie auch weiterhin ein einziges Hüpfen und Rutschen ohne Anstrengung. Auch die Schockmomente haben mir im späteren Verlauf der Geschichte eher ein müdes Lächeln auf die Lippen gezaubert, als mich mitgerissen. Grund war, weil ich bemerkte dass der Pfad den Lara gehen musste durch diese Momente jeweils geebnet wurde, ging mal also ein zweites Mal den Weg konnte man einen perfekten Pfad durchlaufen ohne Probleme mit Wind, Eis oder ähnlichem zu haben. Diese Dinge drücken bei mir sehr stark auf das Atmospährengefühl und so war ich spätestens im letzen Drittel des Spieles kühl, berechend und gelangweillt vorgegangen weil ich stets wusste was als nächstes kommt und dass es Lara schon irgendwie rausschafft. Für ein Spiel dass sosehr von der Atmospähre lebt, ist dies ein Genickbruch.

Fazit

Das Feedback der Hardcorefans wurde erhört und im zweiten Teil Konsequenz eingebaut: Eine bessere Story, schwierigere Rätsel und mehr Schockmomente. Leider ist mein Interesse wohl genau auf der anderen Seite und so bewerte ich diesen Teil trotz extremschicker Grafik schlechter als den ersten Teil. Schade, aber wenn die Atmospähre nicht stimmt, ist ein (Action-)Adventure verloren.

6/10

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